Paccheri-große Nudelrollen, die eher an ein Fernglas erinnern als wirklich an Nudeln. Auf den ersten Blick zumindest, denn mit dem ersten Bissen ist klar, dass man damit zwar vielleicht auch seine Nachbarn ausspionieren könnte, aber sie dann doch zu gut schmecken als dass man ungezogenes damit vorhaben könnte. Was uns aber zum Punkt bringt, dass wir nicht die Einzigen sind, die schelmisches denken, wenn wir sie sehen. 

Bella Napoli.

Paccheri stammen aus Neapel, wo sie sehr oft im Topf und anschließend im Teller landen. Die Ursprünge des Namens gehen auf „paccharià“ zurück, was so viel heißt wie „Ohrfeige“ im neapolitanischen Dialekt. Auch die Neapoletaner haben sich also die Größe und Form der Pastasorte zu Herzen genommen und sind weniger Spionage-angehaucht wie die Österreicher, sondern gehen gleich tatkräftig mit Ohrfeigen zur Sache. Reisewarnung für Napoli: Achtung fliegende und ohrfeigende Pasta, wenn sie nicht „tutto perfetto“ zubereitet wurde.

Wildes Grünzeug in Sizilien.

Gerade wenn man denkt, man hat sich etwas akklimatisiert und man sich dank Fabio und seinem unendlichen Tatendrang, mir seine gesamte Heimat im Crashkurs-Format im Eiltempo näher zu bringen, ein bisschen wie eine Italienerin fühlt (die zumindest zu einem Achtel in mir schlummert, danke Uroma), dann kommt da der grüne Busch lauernd um die Ecke. „Amore mio, was ist das?“ Fabio klingt ganz aufgeregt, als er mich das fragt und schaut mich erwartungsvoll an. Als ob ich jedes wildgewordene Kraut kennen würde. Nach einem Ratespiel, das ich übrigens nicht bestanden habe, gibt er schlussendlich den Namen preis. Capperi. Kapern. Blöd nur, dass alle capperi schon gekapert wurden. Oder so ähnlich. So mussten wir uns doch noch in Richtung Markt aufmachen, um fündig zu werden. Große, kleine, mittelgroße, in Lake eingelegt oder doch einfach nur mit Salz umhüllt. Die Fülle ist groß und so sind alle möglichen Varianten in unserem Einkaufskorb gelandet. 

Paccheri con pomodori, burrata e capperi. 

Diese Kombination wird euch hoffentlich genauso aus den Socken hauen wie uns beide und es ist keine große Hexerei. Während die Tomatensoße mit den Kapern sanft dahinköchelt und die Ohrfeigen-Nudeln im kochenden Wasser al dente gekocht werden, kann man schon mal die Burrata aus dem Kühlschrank nehmen und sich zusammenreißen, damit die Burrata noch überlebt bis der Rest soweit ist. Tipp am Rand: zwei Burrata kaufen. Eine ist die Vorspeise für den Koch, der sich die Wartezeit vertreiben muss, die zweite Kugel ist zum Teilen da. Fair oder? 

Da Paccheri bei uns gar nicht so einfach zu finden sind könnt ihr das ganze natürlich auch problemlos mit einer Pasta-Sorte eurer Wahl zubereiten, Vorsicht aber bei Farfalle, mit denen habt ihr die Ohrfeige laut Meinung der Italiener dann auch verdient. Die sind nämlich gar nicht begeistert von den kleinen Schmetterlingen, die unmöglich gleichmäßig an dente gegart werden können. Selbst während dem ersten Corona-Lockdown und Hamstereinkäufen im Frühjahr waren die Regale immer noch voll mit Farfalle, rundherum herrschte gähnend Leere. Nicht einmal eine Pandemie kann Italiener von Farfalle überzeugen. 

Wir freuen uns natürlich riesig, wenn ihr unsere Kreationen ausprobiert und würden sie liebend gerne sehen. Verlinkt uns auf Instagram doch mit @bisstacchio und dem Hashtag #bisstacchiorecipes.

Paccheri mit Tomaten, Burrata und Kapern.

Ein bisschen Sommer in kalten Tagen, bitte. Diese Pasta mit kräftiger Tomatensauce, Kapern und der sanft zerfliessenden Burrata heitert sicher jedes Gemüt auf und macht Lust auf mehr.
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Gericht: Main Course
Keyword: burrata, Hauptspeise, Italien, italienische küche, paccheri, Pastasauce, Tomatensauce
Vorbereitungszeit: 10 Minuten
Zubereitungszeit: 20 Minuten
Arbeitszeit: 30 Minuten
Portionen: 2 Personen

Zutaten

Tomatensauce

  • 1 Glas/ Dose geschälte Tomaten
  • 100 g frische Tomaten
  • 1 mittelgrosse Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1.5 EL kleine Kapern
  • 1 EL Olivenöl extra vergine
  • 2 Zweige Thymian alternativ ca. ½ TL getrocknete Thymianblätter
  • Salz, Pfeffer
  • Chili je nach Schärfewunsch

restliche Zutaten

  • 260 g Paccheri oder Pasta eurer Wahl
  • 1 Burrata
  • 5-6 grosse Kapern

Anleitungen

  • Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Olivenöl in einem kleinen Topf erhitzen und sowohl Ziebel als auch Knoblauch darin andünsten.
  • Die gestückelten Tomaten, sowie den Thymian und die Kapern hinzufügen und bei mittlerer Hitze für ca. 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und je nach Wunsch mit ein wenig Chili abschmecken.
  • Während die Sauce vor sich hin köchelt, könnt ihr das Wasser für die Pasta zum kochen bringen. Wenn es kocht, ein wenig Salz hinzufügen und Pasta gemäss Packungsanleitung zubereiten.
  • Merke: die Sauce kann auf die Pasta warten, aber nicht umgekehrt. Deswegen die Pasta erst zubereiten, wenn die Sauce sicher nicht mehr lange braucht.
  • Ca. 5 Minuten vor Kochende könnt ihr die frischen Tomaten zur Sauce hinzugeben und noch weiter simmern lassen.
  • Die fertige Pasta mit der Sauce in einem Topf mischen und in zwei Teller aufteilen. Die Burrata abtropfen lassen und in kleine Stückchen zupfen, um diese auf der Pasta zu verteilen. Zum Schluss mit den grossen Kapern dekorieren und geniessen.